Edelstein-Lexikon

Die Basis dieser Informationen stammen aus dem Edelsteinlexikon von RenéSim

Amethyst

Amethyst bedeutet im Griechischen „nicht betrunken“, da der Amethyst im Altertum als Amulett gegen Trunkenheit diente. Der violette bis blass rotviolette Amethyst gehört zu den Quarzen. Der Amethyst wird gerne in Schmuckstücke gefasst – z.B. im Brillantschliff. Gerade Amethyste in dunklem Violett sind für Schmuckstücke äußerst beliebt.

Die schönsten Amethyste werden in Brasilien gefunden. Aber auch in Uruguay, Madagaskar, Indien, Kanada, Mexiko, den USA und weiteren Lagerstätten wird der Amethyst abgebaut. Auch Idar-Oberstein in Deutschland gilt als bekannter Fundort.

Aquamarin

Aufgrund seiner Meerwasserfarbe leitet sich Aquamarin aus dem Lateinischen „Wasser des Meeres“ ab. Der Aquamarin kann eine Farbe von blassblau bis dunkelblau oder blaugrün annehmen; ein intensives Blau ist dabei am begehrtesten. Der Aquamarin gehört zur Beryll-Gruppe.

Brasilien gilt als bedeutender Aquamarin-Fundort. Für Schmuckstücke sind der Treppenschliff und der Scherenschliff in lang-ovaler oder rechteckiger Form am begehrtesten.

Bergkristall

Bergkristall gehört zur Gruppe der Quarze, genauer genommen ist es Quarz in seiner reinsten und transparentesten Form. Einschlüsse und Trübungen sind allerdings der Normalfall, vollkommen farbloser und durchscheinender Bergkristall ist eine Rarität und dementsprechend kostbar. Der Name Kristall leitet sich von dem griechischen Wort für Eis, krystallos, ab. Hinter dieser Benennung stand der verbreitete Glaube, Bergkristall sei für immer eingefroren. Der griechische Schriftsteller Plinius ging davon aus, dass der makellos schöne Edelstein so weit oben in der Kälte entstehe, dass er durch nichts zum Schmelzen gebracht werden könne.

Es gibt zahlreiche, über die ganze Welt verteilte Lagerstätten von Bergkristall, z.B. in Brasilien, in Madagaskar, in Arkansas (USA) und in den Alpen. Das Mineral aus der Gruppe der Quarze ist in mannigfachen Formen und Größen zu finden. So existiert tonnenschwerer Bergkristall, hochwertige und für Schmuckstücke geeignete Exemplare sind jedoch eine Rarität. Bergkristall tritt in Gruppen aus mehreren, in verschiedene Richtungen weisenden Stäben auf, sowie in Prismaform und in Gestalt von Körnern oder hexagonalen Kristallen. Generell gilt, dass kein Bergkristall dem anderen gleicht, sondern ein Unikat ist.

Der Bergkristall und seine Bedeutung in fremden Kulturen

Nicht nur die Griechen maßen dem Bergkristall eine besondere Bedeutung zu. Bei den Indianern soll es Brauch gewesen sein, Kleinkindern als Schutz einen Bergkristall in die Wiege zu legen. Im Buddhismus geht man davon aus, dass der klare Edelstein bei der Meditation hilft.

Beryll

Der Beryll und seine Unterarten

Beryll ist eine Sammelbezeichnung für verschiedenfarbige Arten von Edelsteinen, die sich in ihrem chemischen Aufbau gleichen. Am begehrtesten ist die grüne Variante, der Smaragd. Ihr Name leitet sich von dem griechischen Wort smaragdos ab, das sich mit grüner Stein übersetzen lässt. Der grüne Beryll gilt als einer der kostbarsten Edelsteine überhaupt. Sehr bekannt und beliebt ist auch der Aquamarin, die blaue Beryll-Variante. Auch hier weist der Name (Wasser des Meeres) auf die Farbgebung hin. Alle anderen Farbvarianten werden unter dem Oberbegriff Edelberyll zusammengefasst.

Edelberylle und seine Farbenvielfalt

Hat ein Beryll eine goldgelbe oder eine zitronengelbe Farbe, so trägt er den Namen Goldberyll. Im Gegensatz zu Smaragden, bei welchen Einschlüsse die Regel sind, zeichnen sich diese Edelsteine durch ihre weitgehende Freiheit von Unreinheiten aus. Wenn das Gelb sehr hell ist und zudem einen leichten Grünton aufweist, so handelt es sich um einen Heliodor (griech: Geschenk der Sonne). Der farblose Beryll wurde nach seinem Fundort in Goshen im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts als Goshenit benannt. Ein Morganit ist ein rosafarbener Beryll, wobei die Farbpalette von einem kühlen Hellviolett über Lachsfarben bis hin zum warmen Ton von Pfirsichen reicht. Seinen Namen hat er zu Ehren des Bankiers und leidenschaftlichen Sammlers von Edelsteinen und Kunstobjekten, John Pierpont Morgan (1816-1884), erhalten. Darüber hinaus gibt es noch den seltenen stachelbeerroten bis violetten Beryll. Früher als Bixbit bekannt, wird er heute vorwiegend als Roter Beryll bezeichnet.

Der Beryll und seine Charakteristika

Die verschiedenfarbigen Arten des Berylls eignen sich alle zur Anfertigung von Schmuckstücken, auch wenn Smaragde, Aquamarine und Morganite am bekanntesten sind. Berylle können transparent und eher undurchsichtig sein, für die durchscheinenden Varianten eignet sich ein Facettenschliff am besten, für die opaken ein Cabochonschliff. Allen Beryll-Unterarten ist gemeinsam, dass sie erstaunlich große Kristalle bilden können; so hat der größte bekannte Smaragd, der im Topkapi-Serail von Istanbul ausgestellt ist, ein Gewicht von 16.300 Karat.

Granat

Der Granat: Ein Edelstein in weit mehr Farben als nur rot

Zur Gruppe des Granat gehören verschiedenfarbige Edelsteine, die alle eine ähnliche Kristallstruktur und verwandte chemische Zusammensetzungen haben. Im Volksmund wird landläufig jedoch nur die rote Farbvariante als Granat bezeichnet. Dies sind die „Karfunkelsteine“ Pyrop und Almandin. Bis auf einen blauen Granat gibt es jedoch die verschiedensten Farben. Heutzutage stammen die meisten zu verarbeitenden Granate aus Sri Lanka, Südafrika und den USA.

Der Granat ist ein Edelstein, der besonders gerne für Schmuck verwendet wird. Gerade die roten Farbvarianten sind sehr bekannt und beliebt, doch auch andere sind bestens für Granat Schmuck geeignet. Aufgrund der hohen Lichtbrechung und der guten Härte des Edelsteins Granat ist er für funkelnden Edelstein Schmuck wie geschaffen. Der Name Granat kommt vom lateinischen Wort granum (Korn), weil der Edelstein in der Natur meist in körniger Form vorkommt.

Koralle

In unbehandeltem Zustand weist die Koralle eine matte Oberfläche auf, erst durch Polieren erhält sie ihren typischen Glasglanz. Es gibt verschiedenfarbige Varianten – für Schmuck ist allerdings die Edelkoralle am beliebtesten, die sich durch ihre Farbe in Rot- und Rosaschattierungen auszeichnet. Je nach Farbnuance sind andere Bezeichnungen üblich. So heißen die orangen bis blassroten und mittelroten Korallen Momo. Sie werden vorwiegend nördlich von Taiwan gefunden, von wo auch die tiefrote Moro Koralle stammt. Die mittel- bis dunkelrote Sardegna Koralle wächst vor allem im Mittelmeerraum.

Eine ganz besondere Art trägt den Namen Engelshaut-Koralle – sie zeichnet sich durch ihre hellrosa Farbe mit weißen und rötlichen Partien aus. Als die edelste Sorte gilt die intensiv rot gefärbte Aka Koralle dank ihrer stark glänzenden Oberfläche. Sie wird bei Japan abgebaut. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich inzwischen auch die weiße Koralle aus der Gegend um Taiwan. Da es sich bei der Koralle um einen organischen Edelstein handelt, ist sie relativ empfindlich und erfordert einen sorgsamen Umgang. So sollte sie nicht in Kontakt mit Säuren kommen und nicht zu großer Hitze ausgesetzt werden.

Die Geschichte der Koralle als Schmuckstein

Bereits in der Frühgeschichte wurde die Koralle als Edelstein geschätzt. Das älteste Schmuckstück wurde bislang in der Türkei gefunden und soll aus der Zeit um 7.500 v. Chr. stammen. In der Antike fertigte man aus ihr Amulette an, im Mittelalter fanden Rosenkränze aus diesem Edelstein Verbreitung. Heute wird die Koralle gerne zu kleinen Perlen oder zur Form von Cabochons geschliffen. Daneben ist es auch gängig, aus ihr kleine Skulpturen anzufertigen.

Lapislazuli

Beim Lapislazuli, der auch unter dem Namen Lapis bekannt ist, handelt es sich um einen ausgesprochen luxuriösen Edelstein, der seit jeher ein großes Ansehen genießt. Er setzt sich aus verschiedenen Mineralen zusammen, wodurch sein gemustertes, ungleichmäßiges Erscheinungsbild erzeugt wird. Lange Zeit wurde die unglaublich kostbare Farbe Ultramarin aus Lapislazuli hergestellt.

Olivin (oder Peridot)

Der Peridot gehört zur Olivingruppe und wird synonym auch noch als Olivin oder Chrysolith bezeichnet. Der Name Chrysolith ist recht veraltet und bezeichnete nicht nur den Peridot, sondern auch viele andere farbähnliche Steine. Der Peridot ist meist gelbgrün, olivgrün oder eher bräunlich. Von der olivgrünen Farbe des Edelsteins kommt auch der Name Olivin.

Der Peridot kam durch Kreuzfahrer nach Europa und wurde schon im Mittelalter für kirchliche Zwecke als Schmuck verwendet. Zur Zeit des Barock war er sogar der Lieblingsstein der Epoche und Peridot Schmuck sehr begehrt. Der Peridot ist eine besonders reine und transparent-grüne Art des Olivins und dank seiner Schönheit ein beliebter Schmuckstein.

Onyx

Onyx – ein Name für verschiedene Edelsteine

Unter Onyx versteht man sowohl einen Chalcedon in einem samtig matten Schwarz, als auch einen Achat, der sich aus zwei oder mehreren verschiedenfarbigen Lagen zusammensetzt. Im Normalfall sind es zwei Schichten in Schwarz und Weiß. Der mehrfarbige Onyx eignet sich sehr gut für die Steinschneidekunst, da aus ihm Darstellungen von hellen Motiven auf dunklem Hintergrund angefertigt werden können.

Natürlicher Onyx ist ausgesprochen selten, weshalb dieser Edelstein oft durch Einfärben künstlich hergestellt wird. Gerne wird Onyx als Schmuckstein für Ringe, für Anhänger von Halsketten oder für Ohrringe verwendet, wobei er sowohl als Cabochon als auch in geschliffener Form eine schöne Wirkung entfaltet.

Perlmutt

Die Bezeichnung Perlmutt leitet sich von „Mutter der Perle“ ab. Das hat den Grund, dass sich Perlen im Inneren von Muscheln bilden, deren Schalen von diesem Material ausgekleidet werden. Außerdem setzen sich die Perlen selbst aus Perlmutt zusammen.

Was es zu einem begehrten Objekt für Schmuckstücke macht, ist sein Irisieren. Dieses optische Phänomen tritt beim Perlmutt von Perlmuscheln am schönsten zu Tage.Je nach Herkunft und Muschel- bzw. Schneckenart variiert die Farbe des Perlmutts – meist verfügt es über einen weißen Grundton, aber auch dunklere Töne sind vertreten, wie zum Beispiel bei Muscheln aus Tahiti.

Das Irisieren von Perlmutt. Der faszinierende, regenbogenfarbene Glanz kommt dadurch zustande, dass sich Perlmutt aus mehreren übereinander gelagerten Schichten aus Aragonit und Conchyn zusammensetzt. An jeder dieser einzelnen Lagen werden die Lichtstrahlen teils durchgelassen und teils reflektiert. Durch die Interferenz, d.h. die Überlagerung des eintretenden und des widergespiegelten Lichts kommen die für Perlmutt charakteristischen bunten Farbtöne zustande. Dieser optische Effekt hängt in seinem Aussehen vom Blickwinkel ab. Wird das Perlmutt bewegt, ist ein lebendiges und farbenfrohes Schillern zu beobachten.

Als Besonderheit gilt das Perlmutt der neuseeländischen Pauamuschel. Aufgrund seines intensiven farbigen Schimmerns in Blau- und Grüntönen und seiner damit verbundenen Ähnlichkeit zum Opal kann man oft von der alternativen Bezeichnung See-Opal hören.

Rosenquarz

Ihren Namen hat diese Quarz-Variantet ihren rosa Farbnuancen zu verdanken. Das Spektrum reicht von einem intensiven Rosa bis hin zu einem sehr hellen und blassen Farbton. Selten ist ein bläulicher Unterton zu erkennen, welcher der Farbe von Lavendel ähnelt.

Ein charakteristisches Merkmal von Rosenquarz sind seine zahlreichen weißen Risse, die sein Erscheinungsbild wesentlich prägen. In der Regel erscheint Rosenquarz auf Grund seiner mannigfachen feinen Einlagerungen von Rutilnadeln und anderen Mineralien milchig und getrübt.

Es gibt zahlreiche Rosenquarz-Vorkommen, von großer Bedeutung sind hierbei Brasilien, China und Indien. Allerdings ist weltweit nur eine einzige Fundstelle bekannt, an welcher der sehr seltene Rosenquarz gefunden wird, der vollkommen durchscheinend und frei von Einschlüssen ist. Diese befindet sich im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Um diesen Edelstein vom gewöhnlichen Rosenquarz zu unterscheiden, wird für ihn auch die alternative Bezeichnung Rosaquarz verwendet. Nur für solche Edelsteine eignet sich ein Facettenschliff, ansonsten ist der Cabochonschliff gebräuchlich.

Bislang ist noch nicht geklärt, warum einige Rosenquarz-Varietäten unter Einwirkung von Sonnenlicht ausbleichen, andere hingegen nicht.

Rosenquarz mit Asterismus

Eine Rarität ist Rosenquarz mit sternförmigen Lichterscheinungen. Am schönsten werden diese durch einen Cabochonschliff oder einen Kugelschliff hervorgehoben. Eine Besonderheit vom Rosenquarz sind die über die gesamte Oberfläche des Edelsteins verlaufenden Lichtstrahlen – beim Rubin oder Saphir hingegen sind die Strahlen nur auf einer Seite zu sehen.

Behandelter Rosenquarz

Künstlich gefärbten Rosenquarz kann man daran erkennen, dass die charakteristischen weißen Risse rot gefärbt sind, da die Farbe von ihnen besonders gut angenommen wird.

Rutil

Rutil ist ein Mineral, das in Edelsteinen häufig in Form von Einschlüssen vorhanden ist. Es existiert in verschiedenen Farben, vorherrschend sind allerdings ein tiefes Rot, ein Rotbraun und Schwarz. Oft werden Einschlüsse bei Edelsteinen als störend angesehen, von dieser Regel gibt es aber einige Ausnahmen. So ist eingelagerter Rutil für wunderschöne optische Effekte verantwortlich.

Seidenglanz durch Einlagerungen von Rutil

Sind in einem Saphir oder Rubin leichte Einschlüsse aus Rutil enthalten, so wandert ein wogender Lichtschimmer über seine Oberfläche. Diese Lichtfigur erinnert an den sanften Schimmer von Naturseide – daher der Name Seidenglanz.

Rutil als Grund für die Chatoyance (Katzenaugeneffekt)

Zahlreiche, parallel angeordnete Rutilnadeln erzeugen in Saphiren und Rubinen eine Chatoyance. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass parallel zu den Einschlüssen ein schmaler Lichtstreifen zu sehen ist. Da dieser in seinem Aussehen dem schlitzartigen Auge einer Katze ähnelt, wird dieses Phänomen auch als Katzenaugeneffekt bezeichnet.

Sternförmige Lichtreflexe aufgrund von Rutil

Liegen die Rutil-Einlagerungen so im Edelstein, dass sie sich in einem Punkt schneiden und zueinander in einem Winkel von 60 Grad angeordnet sind, so entsteht bei Rubinen und Saphiren ein sechsstrahliger Stern (Asterismus). Das hängt damit zusammen, dass sich Rutil durch seine sehr hohe Lichtbrechung auszeichnet und sich das in den Edelstein einfallende Licht widerspiegelt.

Einlagerungen aus Rutil sind bei Saphiren für sternförmige Lichterscheinungen verantwortlich

Tigerauge

Das Tigerauge zeichnet sich durch seine warmen, goldgelben und goldbraunen Farbnuancen aus. Bei einem Tigerauge in Form von einem Cabochon zeichnet sich auf der gewölbten Oberfläche eine wogende, helle Lichterscheinung ab, die an die Lichtreflexe im Auge eines Tigers erinnert.

Ein Tigerauge wird sehr häufig zu einem glatten Cabochon oder zu einer Kugel geschliffen, da nur so seine Chatoyance (Katzenaugeneffekt) gut in Erscheinung tritt. Von Amuletten mit Tigeraugen soll man sich in der Antike Glück und Schutz erhofft haben. Unabhängig davon bezaubert das Tigerauge durch sein exotisches und geheimnisvolles Farbenspiel und seinen schimmernden Glanz.

Türkis

Der Türkis ist ein Edelstein, den man in den Farben himmelblau, blaugrün und apfelgrün findet. Am begehrtesten ist die himmelblaue Farbe des Türkis. Dieser Edelstein zählt zu den ältesten Schmucksteinen und wurde dank seiner faszinierenden Farbe schon im Altertum in vielen Kulturen als Glücksbringer oder sogar heiliger Stein verehrt. So wurde er zum Beispiel im antiken Ägypten, bei den Azteken und den Persern als Schmuck für die Herrscher verwendet.

Als einer der ältesten Schmucksteine der Welt hat der Türkis bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Türkis Schmuck beeindruckt nach wie vor mit seinen zarten Pastelltönen. Der Türkis ist gerade als größerer Edelstein sehr wertvoll, da er nur äußerst selten in großen Mineral-Aggregaten vorkommt; dementsprechend steigt der Preis des Türkis überproportional zur Größe des Steins.

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